Was ist eine Zungentrommel? Herkunft, Klang und Spielweise einfach erklärt
Vielleicht haben Sie eine Zungentrommel bei Freunden gehört, im Yogakurs oder in einem Video. Hier erfahren Sie, woher das Instrument kommt, wie es funktioniert und warum man es ohne Vorkenntnisse spielen kann.
Lesezeit ca. 7 MinutenWir empfehlen sonodrum
Eine Zungentrommel ist ein rundes Instrument aus Stahl. In ihre Oberseite sind schmale Streifen geschnitten, die sogenannten Zungen. Schlägt man eine Zunge mit dem Finger oder einem weichen Schlägel an, schwingt sie und erzeugt einen klaren, lang nachklingenden Ton. Jede Zunge hat ihren eigenen Ton. Zusammen ergeben sie eine Tonleiter, auf der sich Melodien spielen lassen.
Im Englischen heißt das Instrument Steel Tongue Drum, manchmal auch „Tank Drum“. Auf Deutsch sind auch die Namen Stahlzungentrommel oder Klangtrommel verbreitet. Gemeint ist immer dasselbe. Was hinter Namen wie Hapi Drum oder Lotus Drum steckt, erklären wir in Tongue Drum, Tank Drum, Hapi Drum.
Woher kommt die Zungentrommel?
Die moderne Zungentrommel ist ein noch junges Instrument. Sie geht auf Dennis Havlena zurück, der sie im Februar 2007 baute, und zwar ursprünglich aus einer leeren Propangasflasche. In den Stahl wurden Zungen geschnitten und gestimmt, etwa über die Länge des Schnitts. Daher stammt auch der englische Spitzname „Tank Drum“, also Tank-Trommel.
Ganz ohne Vorbilder war das nicht. Als Vorläufer gelten die Whale Drum von Jim Doble aus dem Jahr 1990 und das Tambiro von Felle Vega. Die frühen Instrumente hatten meist sieben bis zehn Zungen. (Quelle: Wikipedia, Artikel „Steel tongue drum“.)
Heute werden Zungentrommeln nicht mehr aus Gasflaschen gebaut, sondern aus eigens geformten Stahlkörpern. Die Idee ist aber dieselbe geblieben.
Wie funktioniert eine Zungentrommel?
Das Prinzip ist einfacher, als der Klang vermuten lässt. Drei Dinge wirken zusammen:
Die Zungen. Jede Zunge ist an einer Seite fest mit dem Stahl verbunden und an den anderen Seiten frei. Wird sie angeschlagen, schwingt sie hin und her, ähnlich wie ein Lineal, das man über die Tischkante schnippt.
Die Länge bestimmt den Ton. Lange, breite Zungen schwingen langsamer und klingen tief. Kurze Zungen schwingen schneller und klingen hoch. Beim Bau wird jede Zunge so lange angepasst, bis sie genau den gewünschten Ton trifft.
Der Resonanzkörper. Der hohle Stahlkörper unter den Zungen wirkt wie ein Verstärker. Er lässt den Ton voller und länger klingen. Ein Loch im Boden oder in der Seite lässt den Schall nach außen.
Die Tonleiter ist bei der Herstellung fest eingestellt. Sie müssen eine Zungentrommel also nicht stimmen, bevor Sie spielen. Und weil nur Töne vorhanden sind, die zueinander passen, klingt fast alles, was man spielt, harmonisch. Das ist einer der Gründe, warum gerade Menschen ohne Musikerfahrung so viel Freude daran haben.
Sie können die Zungentrommel auf den Schoß legen, auf einen Tisch stellen oder auf einen Ständer setzen. Dann gibt es zwei Arten zu spielen:
Mit Schlägeln: Die kleinen, gummierten Schlägel lassen die Töne hell und deutlich klingen. Für Anfängerinnen und Anfänger ist das oft am einfachsten.
Mit den Fingern: Mit den Fingerkuppen angeschlagen wird der Klang weicher und leiser. Viele mögen das am Abend oder zum Entspannen.
Wichtig ist ein kurzer, lockerer Anschlag. Sie tippen die Zunge an und lassen sie sofort wieder frei, damit sie ausklingen kann. Noten lesen müssen Sie nicht. Bei vielen Trommeln, auch bei sonodrum, trägt jede Zunge eine Zahl. Die Lieder im Heft sind in diesen Zahlen aufgeschrieben. Wie Sie Schritt für Schritt anfangen, zeigen wir im Beitrag Zungentrommel lernen. Bekannte Lieder zum Nachspielen finden Sie unter Lieder für die Zungentrommel.
Zungentrommel, Kalimba, Handpan, Klangschale: Was ist der Unterschied?
Die Zungentrommel wird oft mit anderen Instrumenten verwechselt, die ähnlich sanft klingen. Hier die wichtigsten Unterschiede im Überblick:
Instrument
Wie es klingt
Wie es gespielt wird
Für wen
Zungentrommel
glockenartig, klar, lang nachklingend
Zungen im Stahl mit Fingern oder Schlägeln anschlagen
Einsteiger, Familien, Entspannung, Lieder nach Zahlen
Kalimba
zart, hell, eher kurz
Metallzinken auf einem Brett mit den Daumen zupfen
Wer gern in den Händen spielt, auch unterwegs
Sansula
weich, schwebend
Kalimba auf einem Rahmen mit Membran, mit den Daumen gezupft
Klangliebhaber, Meditation
Handpan
tief, voll, obertonreich
gewölbte Klangfelder mit den Händen anschlagen
Fortgeschrittene, freies Spiel
Klangschale
ein einzelner, lang schwingender Ton
anschlagen oder mit einem Klöppel am Rand reiben
Meditation, Klangmassage
Kalimba und Sansula sind Zupfinstrumente. Die Sansula wurde 2001 in der Werkstatt von Peter Hokema in Deutschland entwickelt. Sie ist eine Kalimba auf einem Membran-Rahmen und damit keine Stahlzungentrommel, auch wenn sie manchmal so genannt wird. Den ausführlichen Vergleich lesen Sie in Zungentrommel oder Kalimba?
Die Handpan ist der „große Bruder“. Sie besteht aus zwei gewölbten Stahlschalen und wird mit den Händen gespielt. Sie klingt voller, ist aber deutlich teurer und schwieriger zu spielen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Vergleich Zungentrommel oder Handpan?
Eine Klangschale hat nur einen Ton (mit vielen Obertönen). Melodien lassen sich damit nicht spielen. Die Zungentrommel dagegen hat je nach Modell 8 bis 15 Töne oder mehr.
Welche Größen und Stimmungen gibt es?
Zungentrommeln gibt es von sehr klein (etwa 15 cm) bis groß (rund 40 cm). Als Faustregel gilt:
Kleine Trommeln (14 bis 20 cm, meist 8 Zungen) sind leicht, klingen hell und eignen sich für Kinder und für unterwegs.
Mittlere Trommeln (um 30 cm, etwa 11 Zungen) sind ein guter Mittelweg für viele Lieder.
Große Trommeln (35 cm und mehr, 14 bis 15 Zungen) klingen voller und tiefer und reichen über zwei Oktaven. Eine Oktave ist der Abstand von einem Ton bis zum nächsten gleichnamigen, zum Beispiel von einem C zum nächsten C.
Die meisten Trommeln sind in Dur gestimmt, einige in Moll oder in besonderen Tonleitern. Manche Hersteller bieten außerdem eine Stimmung auf 432 Hz statt der üblichen 440 Hz an. Was es damit auf sich hat, erklären wir ehrlich im Beitrag 432 oder 440 Hz?
Für wen eignet sich eine Zungentrommel?
Für fast alle. Kinder entdecken damit spielerisch Töne, Erwachsene finden einen ruhigen Ausgleich zum Alltag, und viele Großeltern spielen gemeinsam mit den Enkeln. Weil keine falschen Töne möglich sind und die Lieder nach Zahlen gespielt werden, sind die ersten Erfolge schnell da. Hinweise speziell für ältere Menschen finden Sie im Beitrag Zungentrommel für Senioren.
Unser Fazit
Eine Zungentrommel ist ein einfaches, ehrliches Instrument: Stahl, Zungen, ein Resonanzkörper und ein Klang, der sofort gefällt. Sie brauchen keine Vorkenntnisse und keine Noten. Wenn Sie nun wissen möchten, welche Trommel zu Ihnen passt, hilft Ihnen unser Zungentrommel-Berater oder der Zungentrommel Test 2026. Für den Einstieg mit vielen Liedern empfehlen wir die Premium, für ein kleineres Budget die Standard 30 cm.
Unsere Empfehlung
sonodrum Premium
Der Allrounder mit zwei Oktaven und klarem, glockigem Klang
Größe
35,5 cm
Zungen (Töne)
15
Tonart
C-Dur, zwei Oktaven (E3 bis E5)
Gewicht
3,1 kg
Gold
Dunkelblau
Schwarz
Grün
Blau
Flieder
Lila
★★★★★4,8 von 5 (1.456 Bewertungen auf sonodrum.net)
Preis bei sonodrum229,95 €Stand 10. Oktober 2026, Aktionspreise ändern sich
Ein rundes Musikinstrument aus Stahl, in dessen Oberseite Zungen geschnitten sind. Jede Zunge erzeugt beim Anschlagen einen eigenen Ton. Zusammen ergeben sie eine Tonleiter.
Wer hat die Zungentrommel erfunden?
Die moderne Steel Tongue Drum geht auf Dennis Havlena zurück, der sie 2007 aus einer Propangasflasche baute. Vorläufer waren unter anderem die Whale Drum von Jim Doble (1990).
Muss man Noten lesen können?
Nein. Bei vielen Trommeln tragen die Zungen Zahlen, und die Lieder sind in diesen Zahlen aufgeschrieben.
Ist eine Zungentrommel dasselbe wie eine Handpan?
Nein. Beide sind aus Stahl, aber die Handpan hat gewölbte Klangfelder statt eingeschnittener Zungen, klingt voller, ist schwieriger zu spielen und meist deutlich teurer.
Redaktion Zungentrommel-Test.de Geschrieben von der Redaktion der Helfenstein Commerce GmbH, Hannover. Mehr über uns